Baumeister-Klasse

   

Akademie der bildenden Künste Stuttgart

Paul Baur war von 1946 bis 1949 Schüler von Willi Baumeister. An einigen Werken ist die Lehre Baumeisters noch erkennbar. Dabei zeigt sich besonders der freiheitliche und "ahmende" Gedanke des Meisters.

Lehre Baumeisters

Willi Baumeisters Kunst steht seit den 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hoch im Kurs bei Kunstinteressenten und Fachleuten des Landes. Auch außerhalb seines Lebensraums war und ist der Künstler seit jeher bekannt und geschätzt. Als Belege für die aktuelle Beschäftigung mit seiner Kunst, reicht es aus,  sich die Exponatliste der gezeigten Werke im Kunstmuseum Stuttgart, der Staatsgalerie Stuttgart oder des MoMA New York anzuschauen. Die zahlreich vorhandenen Werke seines Œuvres wie die Geburt eines Baumeister-Archivs in Stuttgart im Jahre 2005, verdeutlichen die aktuelle Präsenz der Kunst des ehemaligen Professors der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Bereits zu Lebzeiten war Baumeister nicht nur bekannt, sondern populär. Sein Stuttgarter Nachbar Ottomar Domnick, ebenfalls Künstler und Sammler, unterstützte ihn auf öffentlichen Foren und in der Verteidigung gegen die Ideologie Hans Sedlmayers seines Statements zur „Verlust der Mitte“. Diese berüchtigten Darmstädter Gespräche im Jahr 1950 waren die verbalisierte Form des Kunstmanifestes „Das Unbekannte in der Kunst“ von 1947.

Als Lehrer war Baumeisters Credo: Leeren anstatt lehren. Baumeister war eher zurückhaltend im Befehl, aber streng in der Korrektur. Seine Schüler mussten die "Ahmung" und nicht die "Nachahmung" erlernen. Dass dies Paul Baur einfach fiel, zeigen seine Werke dieser Zeit sehr deutlich. Baur entwickelte aus Baumeisters Lehren seinen eigenen Stil, der heute eine moderne Kunstform der philosophischen Ansätze Baumeisters darstellt.

Paul Baurs Spätwerke

In Paul Baurs Spätwerk reift die Technik, reift der Blick für das "Ahmende", entwickelt sich ein Werkschaffen, das die Erfahrung eines erfahrenen Auges und einer sicheren Hand spüren lässt. Die Kompositionen sind so überzeugend, dass sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten bleiben dürfen. Deshalb entschied sich Paul Baur sehr spät, sein eigenes Œuvre schriftlich festzuhalten. Das handschriftlich geführte Werkverzeichnis wurde von Dr. Katja Förster in eine Katalogisierung überführt.

Frank Duerr, M.A.